Suppenhuhn: Mit alten Hühnern lernt man kochen

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Nicht immer ist das zarteste Brüstchen oder das feinste Filet auch das schmackhafteste. Zudem tut uns in der kalten und feuchten Jahreszeit etwas Kräftiges gut. Idealer Zeitpunkt also, ein Suppenhuhn zu kochen.

Wer Eier isst, zählt darauf, dass eine Legehenne regelmässig ihre Eier legt. Leider tut sie das nach ihrem ersten Lebensjahr nicht mehr so zuverlässig, so dass ihr Leben zu diesem Zeitpunkt meistens ein jähes Ende nimmt. Zwar ist aufgrund neuer Ernährungsgewohnheiten der Konsum von Hühner-Charcuterie gestiegen, dennoch sterben jährlich weit mehr Legehühner als konsumiert werden. Wenn alle Menschen in der Schweiz, welche Eier verwenden, ein Mal im Jahr ein Suppenhuhn essen würden, dann müsste keine der zwei Millionen Legehennen in der Schweiz mehr zu Biogas verarbeitet werden.

Ein Suppenhuhn zu kochen, verlangt auch kein grosses Können, nur etwas Zeit. Zuerst einmal kann es am Geflügelstand auf dem Markt oder auf Vorbestellung beim Metzger gekauft werden. Praktischerweise müssen wir das Huhn heute auch nicht mehr selbst ausnehmen und auch Kopf, Hals und Füsse sind schon entsorgt. Wobei man just aus dem Hals früher auch eine knusprige Mahlzeit gebraten hat, die jedes Chickennugget blass aussehen lässt – aber das ist eine andere Geschichte.

Das Huhn also kurz waschen und am Stück mit drei Liter kaltem Wasser aufsetzen. Je nach Vorliebe grob geschnittenes Wintergemüse wie Rüebli, Lauch, Sellerie, Zwiebeln – für eine schöne Farbe der Brühe am besten mit Schale –, Knoblauch, Wirz und so weiter hinzugeben. Ein Tee-Ei oder Gaze-Säckchen mit Gewürzen wie Pfeffer- und Senfkörner, Thymian, Estragon, Wachholderbeeren füllen und dazu legen. Wer experimentierfreudig ist, kann auch eine Zimtstange und etwas Sternanis nehmen. Gesalzen wird allerdings erst am Schluss. Jetzt alles zugedeckt auf kleinem Feuer für mindestens drei Stunden knapp sieden lassen. Das Huhn danach aus dem Sud nehmen – das Fleisch fällt dabei fast von alleine vom Knochen – die Gewürze entfernen und mit Salz abschmecken.

Wer dazu Kohlenhydrate braucht, kocht separat ein paar Suppennudeln. Aber auch alleine mit dem Gemüse und dem zarten Hühnerfleisch erhält man eine wunderbar kräftige und aromatische Suppe, welche auch schon manch beginnender Grippe den Garaus gemacht hat.

Posted on 18. Januar 2016 in Alle Rezepte von Surprise

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