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22 Monate und 22 Minuten: Risotto für Geduldige
Risotto ist kein Gericht für Eilige und verlangt nicht nach dem «ultimativen Kitchen-Hack», sondern nach einer Haltung. Wer es kocht, entscheidet sich für Aufmerksamkeit, für Geduld, für das langsame Annähern von Korn und Flüssigkeit. Und wie so oft in der Küche zeigt sich: Je einfacher die Ausgangslage, desto entscheidender die Details. Risotto ist aus einer Landschaft entstanden, in der Wasser mehr Struktur ist als bloss ein Element. In der Lombardei, zwischen Po-Ebene und
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Zuchetti: Züchtiges Junggemüse
Zuverlässig begleiten uns Zucchetti den ganzen Sommer und sind jetzt in Hülle und Fülle verfügbar. In immer neuen Gewändern von dunkelgrün bis hellgrün, über gelb bis gestreift leuchten uns Zucchetti am Gemüsestand an, doch wie das mit jungem Gemüse so ist, gibt sich die Zucchetti wild, ist aber sonst ziemlich unschuldig mild im Geschmack – was den «kleinen Kürbis» übrigens in Babybrei sehr beliebt macht. Das klingt wenig aufregend, doch ist dieses im botanischen Sinne unrei
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Randen: Unterschätzte Rüben
Der Ruf der Beta vulgaris war lange etwa so gut, wie ihr lateinischer Name appetitanregend ist. Dabei ist die Rande, wie wir sie nennen, eine vielfältige Wurzel. Vom Mangold die rote Farbe und von der Rübe den süssen, erdigen Geschmack: Es liegt wohl an dieser Kombination, dass die Rande nicht nur sehr gesund, sondern auch vielseitig in der Küche einsetzbar ist. Lange fristete die Schwester der Zuckerrübe ein tristes Dasein und war höchstens als Scheiben in Essig eingelegt o
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Basilikum: Königskraut für das Volk
Es gibt kaum ein Kraut, welches so häufig in der Küche eingesetzt wird, wie das Königskraut. Wir kennen es als Basilikum. Ursprünglich war Basilikum eine Heilpflanze, die vor allem gegen Appetitlosigkeit eingesetzt wurde. Offenbar war die Wirkung dermassen gut, dass Basilikum heute zu den meist eingesetzten Kräutern in der mediterranen Küche gehört. Das führt aber leider auch dazu, dass es häufig schon fast wie Salat über alles Passende und auch Unpassende gestreut wird. D
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Aus dem Schatten treten: Parmigiana di melanzane
Vielerorts heisst sie Eierfrucht. Wir sagen dazu Aubergine. Die Italiener nennen sie Melanzane. Beliebt ist sie überall. Biologisch betrachtet ist die Aubergine ein Nachtschattengewächs. Kulinarisch steht sie allerdings in vielen Ländern gross im Scheinwerferlicht und schafft es vielerorts auf die Liste der Nationalgerichte: Was ässen die Griechen ohne die Moussaka? In was würden die Araber das Fladenbrot dippen, wenn sie kein Baba Ghanoush hätten? Und wieviel ärmer wäre die
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Aufgestängelt: Cima di rapa
Eigentlich ist er ja nicht für seine Grösse bekannt. Aber der Stängelkohl aus dem Süden Italiens trägt seinen Namen zu Recht. Im Italienischen hat der Stängelkohl einen Namen, der eine Spur sinnlicher ist als der deutsche: Cima di rapa heisst wortwörtlich übersetzt «Wipfel der Rübe». Damit zeigen die Italiener auch, dass sie es mit der Biologie genauer nehmen als wir hier nördlich der Alpen. Denn tatsächlich ist der Stängelkohl eigentlich eine Varietät der Rübe und nicht des
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Himbeeren mit Baiser: Überschwängliche Fruchtigkeit
Um die olfaktorische Wahrnehmung «fruchtig» zu beschreiben, hat es neben der Erdbeere nur die Himbeere auf die Liste der Grundgerüche geschafft. Der Duft der Himbeere wird von einschlägigen Autoren mit üppig, würzig, berauschend und mit einer Spur Moschus angereichert beschrieben. So eine Beere kann also nur aus dem Orient kommen. Tatsächlich kennt man in Asien über 200 Himbeerarten. In Europa kommen gerade mal ein knappes Dutzend vor. Dabei gehört die Himbeere zu den aromat
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Mangold: das Kraut von Rüben
Mangold ist wohl die einzige Rübenart, bei welcher Stengel und Blätter statt der Wurzel das Augenmerk der Köche geniessen. Bei Mangold handelt es sich um eine Varietät der Rübe. Es ist allerdings unklar, welche der beiden Pflanzen zuerst kultiviert wurde: Es gibt Quellen, die den Mangold bereits bei unseren prähistorischen Vorfahren auf dem Speisezettel vermuten. Und da die Rüben erst bei den Römern erste Erwähnung finden, kann angenommen werden, dass Mangold die Ursprungsfo
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Spargeln: Elfenbein für den Gaumen
Spargel, Bärlauch, Erdbeeren: so langsam wird es auch in der Küche Frühling. Obwohl der Spargel eines der beliebtesten Saisongemüse ist, wissen wir nicht, woher er stammt. Gegessen haben ihn offenbar schon die alten Ägypter, aber wie er dorthin kam und von dort zu uns, bleibt unklar. Zumal der Spargel am besten in Gegenden gedeiht, wo der Boden im Winter gefriert. Verzichten wir also dieses Mal auf kulturgeschichtliche Hintergründe und widmen uns gleich dem Kauf und der Zub
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Bärlauch: Gestärkt in den Frühling
Der Bärlauch ist ein Bote des Frühlings. Vermutlich heisst er so, weil die Bären sich nach dem Winterschlaf damit vollgefressen haben sollen, um wieder zu Kräften zu kommen. Was dem Bären gut tut, kann dem Menschen nicht schaden. Tatsächlich hatte der Bärlauch im Mittelalter als Medizinpflanze den Ruf, ganz grundsätzlich Unheil vom Menschen abzuwenden. Ob das an seinem hohen Anteil an Alliin – einer schwefelhaltigen Aminosäure, wie sie auch im Knoblauch vorkommt – liegt, ist
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Italienischer Spargel: Brokkoli mit Orecchiette
Wer es nicht erwarten kann, bis die ersten Spargeln zu haben sind, dem kann geholfen werden: Mit dem italienischen Spargel, hierzulande unter dem Namen Brokkoli bekannt. Die genaue Herkunft und Ausbreitung von Gemüse zu eruieren, ist immer ein Wagnis. Man muss sich dabei auf historische Quellen und Texte stützen. In den allermeisten Fällen wird für Gemüse, das heute bei uns beliebt ist, der asiatische Raum als Ursprung bezeichnet. Es ist allerdings gut möglich, dass der Brok
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Fastenwähen: dekadente Fastenzeit
In Basel gibt es sie zurzeit in jeder Bäckerei: die «Faschtewaije». Und dank den Grossverteilern trifft man dieses Gebäck immer häufiger auch fernab des Rheinknies an. Aber was hat ein Buttergebäck mit Fasten zu tun? Fastenwähe – wieso dieses Hefeteiggebäck so heisst, ist völlig unklar. Denn erstens hat es mit einem belegten Kuchen offensichtlich wenig gemein. Zudem findet sich die erste Erwähnung dieses typischen Basler Gebäcks erstmals in Akten des Klosters St. Clara aus d
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Antonios Brot: Panettone
Wieso zur Adventszeit mehr Süsses als unter dem Jahr gebacken wird, ist nicht endgültig geklärt. Sicher ist jedenfalls, dass bereits in vorchristlicher Zeit zur Wintersonnenwende zu Opferzwecken gebacken wurde. Die christlich-weihnachtliche Tradition, in der Adventszeit spezielles Gebäck zu backen, hat ihren Ursprung wahrscheinlich in den mittelalterlichen Klöstern, welche begonnen haben, die Hostien für die Gottesdienste in der Weihnachtszeit etwas süsser zu backen und etwas
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